080066-1 UE Übung: Japonismus. Auf der Suche nach einem neuen Stil (au.K.) (2020W)

Johannes Wieninger

johannes.wieninger@univie.ac.at

Der momentane Entwurf zum Ablauf der Übung geht von einem „normalen“ Lehrbetrieb aus. Sollten sich durch die Corona-Krise Änderungen ergeben, so werden diese auf der Internetseite www.wieninger.com/japo kommuniziert.

Themen    Literaturliste    english


Zeitplan                     

Mittwoch 07.10.2020

Vorstellung des Themas

Ziele und Ablauf der Übung

Einführung: die kunsthistorischen Beziehungen zwischen Europa und Ostasien (J. Wieninger)

 

Mittwoch 14.10.2020

Überblick zur Geschichte des Japonismus, Forschungsgeschichte (J. Wieninger)

         Themenaufteilung

 

Mittwoch 21.10.2020

Treffen in kleineren Arbeitsgruppen - ACHTUNG: zu anderen Terminen,

die vorher vereinbart werden.

 

Mittwoch 28.10.2020

         Besuch der Schausammlungen Wien 1900 und Asien

MAK – Museum für angewandte Kunst

 

Mittwoch 04.11.2020

 

Mittwoch 11.11.2020

Treffen in kleineren Arbeitsgruppen - ACHTUNG: zu anderen Terminen,

die vorher vereinbart werden.

 

Mittwoch 18.11.2020

Besuch der Schausammlung Österreich im Aufbruch

Belvedere

 

Mittwoch 25.11.2020

 

Mittwoch 02.12.2020

Treffen in kleineren Arbeitsgruppen - ACHTUNG: zu anderen Terminen,

die vorher vereinbart werden.

 

Mittwoch 09.12.2020

 

Mittwoch 16.12.2020

         Besuch der Ausstellung JOSEF HOFFMANN. Fortschritt durch Schönheit

MAK – Museum für angewandte Kunst

 

Mittwoch 13.01.2021

Abschlussreferate I

 

Mittwoch 20.01.2021

Abschlussreferate II

 

Mittwoch 27.01.2021

Abschlussdiskussion und Resümees

 

Die Anwesenheit zu den folgenden Terminen erachte ich als verpflichtend und wichtig für den positiven Abschluss:

Mittwoch 07.10.2020

Vorstellung des Themas

Ziele und Ablauf der Übung

Einführung: die kunsthistorischen Beziehungen zwischen Europa und Ostasien (J. Wieninger)

 

Mittwoch 14.10.2020

Überblick zur Geschichte des Japonismus, Forschungsgeschichte (J. Wieninger)

 Themenaufteilung

Mittwoch 13.01.2021

Abschlussreferate I

 

Mittwoch 20.01.2021

Abschlussreferate II

 

Mittwoch 27.01.2021

Abschlussdiskussion und Resümees

 

Themen

 

Seit der intensiveren wirtschaftlichen und politischen Beziehungen ab 1853 übten Japan und der Westen eine Faszination aufeinander aus, die zunehmen in der bildenden und angewandten Kunst hier wie dort ihre Niederschläge fanden. Japan präsentierte sich auf großen Ausstellungen und Messen und lud gleichzeitig westliche „Berater“ ein.

Bis in die Zeit um 1920-1930 faszinierte das „Vorbild Japan“ Kunstschaffende in ganz Europa, entscheidende Impulse aus dem ostasiatischen Land trugen zur Entwicklung der europäischen Moderne bei.

 

Die Übung JAPONISMUS möchte nicht nur formale Anleihen und Variationen untersuchen, es soll auch die Frage gestellt werden, warum gerade Japan diese Faszination auslöste.

 

Gegliedert in mehrere Themengruppen, wollen wir die Entwicklungen von den 1860er Jahren bis nach 1918 nachvollziehen.

 

Wir werden auch aktuelle Schausammlungen in Wiener Museen und Ausstellungen besuchen und dort „nach Japonismus suchen“.

 

Die Arbeit in kleineren Gruppen wird zum intensiveren Wissensaustausch genützt, aber auch zum  gezielten Bearbeiten und Erforschen von nicht permanent gezeigten Sammlungsbeständen.

ACHTUNG: diese Treffen finden zu anderen Terminen statt, die vorher vereinbart werden.

 

A

Japan auf den Weltausstellungen

 

Große Ausstellungen waren für viele die einzige Möglichkeit, Originale und „Fremdartiges“ zu sehen.

1869 war auf der Pariser Weltausstellung erstmals eine japanische Sektion zu sehen, allerdings von privater Seite zusammengestellt. Erst 1873 gab es eine sehr umfangreiche Schau, die für die Wiener Weltausstellung zusammengetragen wurde. Bis hin zur Pariser Weltausstellung 1925 (Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industrielles Modernes) kann verfolgt werden, wie Japan sich dem Westen präsentierte.

 

B

Sammler und Sammlungen im Westen

 

Auch Sammler und Sammlungen machten erst das direkte Kennenlernen von Originalen möglich.

Parallel und miteinander entdeckten Künstler und Museen die Kunst Japans.

 

- Ernest F. Fenellosa (1853–1908) und das Museum of Fine Arts, Boston

 

- Émile Guimet (1836 - 1918) und das Museum Guimet, Paris

 

- Justus Brinckmann (1843 - 1915) und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

 

- Heinrich Siebold (1852 - 1908) und das Orientalische Museum, Wien

 

- Enrico Bardi (1851 - 1905) und das Museo d'arte orientale, Venedig

 

C

Künstlervereinigungen

 

Ein Phänomen des 19. Jahrhunderts ist der mehr oder weniger lose Zusammenschluss von Künstlern, die gemeinsam nach einer Erneuerung (Reform) der Kunstsprache suchten. Gerade in diesen Zirkeln lässt sich eine Tendenz, in dem Vorbild Japans Anregungen zu suchen, beobachten.

 

 

- Arts and Crafts Movement, The Studio (ab ca. 1870er Jahre, ab 1893) und William Morris (1834 - 1896) (Charles Robert Ashbee, Aubrey Beardsley)

 

-Société des Vingt (1883) und Henry C. Van de Velde (1863 - 1957) (Vincent van Gogh,

                                                      Henri de Toulouse-Lautrec, Fernand Khnopff)

 

- School of Glasgow (vor 1890)  - Charles Rennie Mackintosh (1868-1928)

 

- Die Wiener Secession und Ver Sacrum (1897) - Gustav Klimt (Emil Orlik (1870 – 1932))

 

- Wiener Werkstätte (1903) - Josef Hoffmann (1870 - 1956) (Kolo Moser u.a.)

 

- Deutscher Werkbund, München (1907)

 

D

Persönlichkeiten

 

Neben Künstlervereinigungen hatten auch Einzelpersonen - Händler, Künstler, Sammler, Theoretiker - großen Einfluss auf das europäische Kunstgeschehen.

 

 

- Hayashi Tadamasa (1853 - 1906): Histoire de l’art du Japon publié par la Commission impériale du Japon à l’Exposition Universelle de Paris, 1900

 

- S. Bing (1838 - 1905): der japanische Formenschatz

 

- Claude Monet (1840 - 1926) und seine Sammlung japanischer Farbholzschnitte

 

- Gustav Klimt (ab 1906, goldene Periode)

 

- Frank Lloyd Wright (1867–1959)

 

- Bruno Taut (1880–1938)

 

- Das Ende des Japonismus - Picasso und die Entstehung des Primitivismus

E

Begegnung im Ornament

 

Die Suche nach einer neuen Kunstsprache war auf das engste verbunden mit der Suche nach neuer Ornamentik. Interessant in diesem Zusammenhang ist es auch, der Frage nachzugehen, inwiefern die „Ornamentkunst“ zur Entstehung einer „Frauenkunst“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts beitrug.

 

 

Vorlagen aus Japan:

 

- Die Katagami -Sammlungen in Europa am Beispiel des MAK-Wien

 

- Furuya Korin und das Journal Shin Bijutsukai,  1902 - 1906

 

- Tsuda Seifu (1880 - 1978)

 

 

Rezeption in Europa/  Österreich:

 

- Joh. Backhausen & Söhne, Wien

 

- Stoffmuster der Wiener Werkstätte  - Frauen als Entwerferinnen

080066-1 UE Übung: Japonisme. Looking for a new style (au.K.) (2020W)

Johannes Wieninger

 

Timetable

Wednesday 07.10.2020

Presentation of the topic

Goals and course of the exercise

Introduction: the art-historical relationships between Europe and East Asia (J. Wieninger)

 

Wednesday October 14th, 2020

Overview - history of Japonisme, history of research (J. Wieninger)

topics

 

Wednesday October 21, 2020

Meetings in smaller working groups - ATTENTION: on other dates that are arranged in advance.

 

Wednesday October 28th, 2020

Visit  Vienna 1900 and Asia collections

MAK - Museum of Applied Arts

 

Wednesday November 4th, 2020

 

Wednesday 11/11/2020

Meetings in smaller working groups - ATTENTION: on other dates that are arranged in advance.

 

Wednesday November 18, 2020

Visit to the permanent collection Österreich im Aufbruch

(Austria on the move), Belvedere

 

Wednesday November 25th, 2020

 

Wednesday 12/02/2020

Meetings in smaller working groups - ATTENTION: on other dates that are arranged in advance.

 

Wednesday, December 9th, 2020

 

Wednesday December 16, 2020

Visit to the exhibition JOSEF HOFFMANN. Progress through Beauty, MAK - Museum of Applied Arts

 

Wednesday, January 13th, 2021

Final presentations I

 

Wednesday, January 20th, 2021

Final presentations II

 

Wednesday, January 27th, 2021

Final discussion and resume

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Attendance at the following dates is mandatory and important for a positive conclusion:

 

Wednesday 07.10.2020

Presentation of the topic

Goals and course of the exercise

Introduction: the art-historical relationships between Europe and East Asia (J. Wieninger)

 

Wednesday October 14th, 2020

Overview of the history of Japonisme, history of research

(J. Wieninger)

topics

 

Wednesday, January 13th, 2021

Final presentations I

 

Wednesday, January 20th, 2021

Final presentations II

 

Wednesday, January 27th, 2021

Final discussion and resume

 

 

Since the more intensive economic and political relationships from 1853 onwards, Japan and the West have had a fascination for one another, which has been increasingly reflected in the visual and applied arts here and there. Japan presented itself at large exhibitions and trade fairs and at the same time invited western "consultants".

Up until the period around 1920-1930, the “Japanese model” fascinated artists all over Europe, decisive impulses from the East Asian country contributed to the development of European modernism.

 

The exercise JAPONISME not only wants to examine formal bonds and variations, it should also ask why Japan in particular triggered this fascination.

 

Divided into several subject groups, we want to understand the developments from the 1860s to after 1918.

 

We will also visit current collections in museums and exhibitions in Vienna and "search for Japonisme".

 

Working in smaller groups is used for a more intensive exchange of knowledge, but also research of collections that are not permanently shown.

ATTENTION: these meetings take place on other dates that are arranged in advance.

 

The current draft for the course is based on a “normal” teaching. Should there be any changes due to the Corona crisis, these will be communicated on the website www.wieninger.com/japo.

 

 

Themes

 

Japan at the world exhibitions

 

Large exhibitions were the only way for many to see originals and “strange” things.

In 1869, a Japanese section was shown for the first time at the Paris World Exhibition, but compiled by a private party. It wasn't until 1873 that there was a very extensive show that was put together for the Vienna World Exhibition. Up to the Paris World Exhibition in 1925 (Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industrielles Modernes) you can see how Japan presented itself to the West.

 

Western collectors and collections

 

Collectors and collections made it possible to know originals directly.

In parallel and together, artists and museums discovered the art of Japan.

 

Artist associations

 

A phenomenon of the 19th century is the more or less loose association of artists who were looking for a renewal (reform) of the art language. It is precisely in these circles that a tendency to look for inspiration in the model of Japan can be observed.

 

Personalities

 

In addition to artist associations, individuals - dealers, artists, collectors, theorists - also had a major influence on European art.

 

 

Encounter in ornament

 

The search for a new artificial language was closely connected with the search for new ornamentation. In this context, it is also interesting to investigate the extent to which “ornament art” contributed to the emergence of “woman art” at the beginning of the 20th century.