TEZUKA Osamu
Nationale und internationale Aspekte im japanischen Comic (Manga)
080067-1 UE Übung (2021W)
Johannes Wieninger
johannes.wieninger(at)univie.ac.at
Mit dem Entstehen neuer Medien - Fotografie und Film - sowie einer Beschleunigung internationaler Kontakte verschwimmt die klassische Einteilung der Künste in der ersten Hälfe des 20. Jahrhunderts. Bild und Funktion des Künstlers ändern sich ebenso wie Adressat und Konsument.
Das Nachkriegs-Manga, dessen erste Leitfigur TEZUKA Osamu (1928 - 1989) war, ist Spiegelbild einer kulturellen Globalisierung, zeitgleich wurde es aber auch zu einer werbewirksamen nationalen Kunstrichtung stilisiert.
Anhand von fünf Werken von TEZUKA Osamu wollen wir den Quellen des Manga nachspüren. Neben ost-westlichen Inhalten und Bildtraditionen beschäftigen wir uns auch mit Themen wie Geschwindigkeit, Technik, Utopien, Emotionen u.a.
Die Problematik „nationaler Kunstgeschichte“ muss gerade in Bezug auf Manga diskutiert werden.
Die großen Themenkreise:
Manga und die traditionellen Künste
in Japan:
Inhalt, Komposition und visuelle Effekte
Internationalisierung nationaler Kunstbewegungen nach 1900
Comic in Ost und West: Komposition und visuelle Effekte
(US- und europäische Comics, frühe Filme und Zeichentrickfilme/ anime)
Manga und die Verbindungen zur zeitgenössische Kunst in Ost und West
(Surrealismus, Bauhaus, Yo-ga etc.)
Darstellungsweisen des Unsichtbaren in Ost und West
(Motive von Geschwindigkeit, Sciencefiction, Technik etc.)
Themenwechsel zwischen Ost und West
(grafische Umsetzung literarischer Vorlagen)
In der Asiensammlung des MAK befinden sich Entwürfe zu einem Manga, im Rahmen von Exkursionen ins MAK können wir die Arbeitsweisen eines Manga-ka studieren.
Es wird nur nach den japanischen Ausgaben gearbeitet (Wichtigkeit von Leserichtung und Bildfolgen), Übersetzungen werden für das Verständnis herangezogen.
Die japanischen Ausgaben sind vorhanden und werden unter den Teilnehmern zirkulieren.
Auch deshalb meine große Bitte: LASSEN SIE SICH GEGEN CORONA IMPFEN, damit wir die laufend notwendigen Kontakte und Zusammenarbeiten nicht unterbrechen müssen.
Diese fünf Werke werden im Mittelpunkt unserer Betrachtung stehen:
New Treasure Island (新宝島, Shin Takarajima, 1947, 1 Band)
Metropolis (メトロポリス, metoroporisu, 1949, 1 Band)
Astro Boy (鉄腕アトム, Tetsuwan Atomu, 1952–1968, 21 Bände)
Buddha (ブッダ, 1972–1983, 14 Bände)
Black Jack (ブラック・ジャック, Burakku Jakku, 1973-1983, 17 Bände)